Theiners Denkraum Visibility · Relations · Experiences
Frei · 3 Min..

Singapur muss man erleben

22. Oktober 2026

Singapore skyline across Marina Bay at sunset with Marina Bay Sands

Warum mitfahren? Weil ASEAN sich nicht vom Schreibtisch aus erschließt. Singapur eröffnet Gespräche, gibt Orientierung für die Region und verändert den Blick auf das, was möglich ist. Unsere nächste Delegationsreise findet vom 3. bis 9. März 2027 statt.

Auf dem Foto bin ich mit dem singapurischen Minister Dr. Tan See Leng (mitte) und dem Botschafter Singapurs in Deutschland, H. E. Lee Chong Hock (links). Solche Begegnungen entstehen nicht nebenbei. Sie wachsen aus Beziehungen, Vertrauen und persönlichem Austausch.

Genau deshalb reisen wir wieder nach Singapur.

Ich sitze dort gern abends noch draußen. Es ist warm, die Stadt ist wach, Menschen kommen von der Arbeit, Touristen ziehen vorbei, irgendwo klappert Geschirr. Nichts wirkt angespannt. Die Stadt hat eine Dynamik, die man nicht erklären muss. Man spürt sie.

Und man kommt mit anderen Fragen zurück. Was können wir einfacher machen? Wo entscheiden wir zu lange? Welche Möglichkeiten sehen wir nicht, solange wir uns nur mit unserem eigenen Alltag beschäftigen?

Für mich ist Singapur Inspiration und Ausgangspunkt zugleich. Hier können erste Gespräche entstehen, aus denen Beziehungen in die ASEAN-Region wachsen. Dabei darf man ASEAN nicht als einen einzigen Markt verstehen. Jedes Land hat seine eigenen Menschen, Regeln und Geschäftskulturen. Singapur kann die Tür öffnen – hindurchgehen muss man selbst.

Eine Delegationsreise ist deshalb kein Terminmarathon. Sie lohnt sich, wenn man zuhört, Fragen stellt und die eigene Geschäftsidee auch einmal aus einem anderen Blickwinkel prüft. Und wenn man sich zwischendurch treiben lässt.

Setz dich ins Café im Financial District oder ins Marina Bay Sands. Sprich mit den Menschen vor Ort. Frag, was sie bewegt. Nicht jedes wichtige Gespräch steht im Programm.

Mein erster Kontakt mit einem heutigen Geschäftspartner entstand tatsächlich auf dem stillen Örtchen. Kein Witz. Die Beziehung besteht bis heute. Manchmal braucht es eben keinen Konferenzraum, sondern nur einen offenen Moment – und die Bereitschaft, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Wer mitfährt, erlebt nicht nur Singapur. Man baut Beziehungen auf, gewinnt Orientierung und kommt mit neuen Möglichkeiten zurück.

Zehn Dinge, die man aus Business-Sicht in Singapur tun sollte

  1. Mit einem klaren Ziel anreisen: Wen möchte ich treffen? Was will ich verstehen oder prüfen?
  2. Zuhören, bevor man pitcht: Erst die Perspektive des Gegenübers verstehen, dann das eigene Angebot erklären.
  3. Singapur als Einstieg nutzen: Die Region erkunden, aber nicht annehmen, dass ein Gespräch in Singapur automatisch den ganzen ASEAN-Raum abdeckt.
  4. Kontakte persönlich aufbauen: Vertrauen entsteht im Gespräch und durch verlässliches Nachfassen.
  5. Die eigene Geschäftsidee hinterfragen: Passt mein Angebot zu den Bedürfnissen vor Ort? Was müsste ich anpassen?
  6. Mit lokalen Unternehmerinnen und Unternehmern sprechen: Wie erleben sie den Markt? Was würden sie jemandem raten, der neu in die Region kommt?
  7. Die Stadt aufmerksam beobachten: Infrastruktur, Arbeitsalltag und öffentliche Räume liefern oft Impulse, die in keiner Präsentation stehen.
  8. Zeit ohne Programm einplanen: Im Café im Financial District oder im Marina Bay Sands sitzen, ins Gespräch kommen und sich auch einmal treiben lassen.
  9. Zufallsbegegnungen zulassen: Der beste Kontakt steht vielleicht nicht auf der Gästeliste – meiner begann auf dem stillen Örtchen.
  10. Mit einem konkreten nächsten Schritt zurückkehren: Ein Folgegespräch, eine Kontaktvermittlung oder eine Prüfung im eigenen Unternehmen – mit einer Person, die sich darum kümmert.

Für Entscheider in Kürze

Singapur ist keine Abkürzung in alle ASEAN-Märkte. Aber persönliche Begegnungen schaffen Orientierung, Vertrauen und neue Handlungsmöglichkeiten. Dafür fahren wir hin.

Nächste Delegationsreise Singapur: 3.–9. März 2027.

WT
Werner Theiner

Architekt von Sichtbarkeit und Begegnung. Schreibt im Denkraum jeden Sonntag über Netzwerke, Sichtbarkeit und Macht.

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