Ich denke gerade oft an ihn, vielleicht weil überall von einer immer schneller werdenden Welt die Rede ist und ich mich frage, was das eigentlich wirklich heißt, jenseits von Schlagzeilen und Konferenzen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich bei meinem Vater nie das Gefühl gehabt, dass die Welt ihm zu schnell wurde. Eher hatte ich manchmal den Eindruck, dass er ihr einen kleinen Schritt voraus war.
Er war ein Mensch, der Menschen verbunden hat. Nicht geplant, nicht strategisch, eher aus Neugier und echtem Interesse. Er wollte wissen, warum jemand so denkt, warum jemand so handelt und wohin jemand unterwegs ist. Er baute Brücken mit einer Selbstverständlichkeit, die heute fast altmodisch wirkt. Und ja, er riss sie auch wieder ein, wenn er merkte, dass sie nicht mehr trugen oder dass man auf ihnen stehenblieb, obwohl der Weg längst weiterführte.
Stillstehen war nichts für ihn. Nicht aus Unruhe heraus, eher aus Wachheit. Als Vorsitzender der Polizeigewerkschaft ging er in Pension und viele um ihn herum hatten das Gefühl, jetzt dürfe es ruhig werden. Für ihn war es einfach der nächste Abschnitt. Er machte sich selbstständig, lernte Neues, übernahm wieder Verantwortung und tat das ohne große Ankündigung, eher so, als wäre es das Normalste der Welt.
